Kunst / Literatur / Musik (HR)
Mittwoch, 17.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Beate Moeller
08-169
Kirsten Fuchs wird auch die „Schreinerin der Herzen“ genannt, weil sie, 1977 in Karl-Marx-Stadt geboren und ausgebildete Tischlerin, sprachliche Intarsienarbeiten mit komischen Arabesken vorlegt. Nils Heinrich tourt über Lesebühnen und bekennt sich zu den Text- und Vortragsgattungen, für die sich das neuhochdeutsche Wort „spoken word“ eingebürgert hat.
Dienstag, 16.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Beate Moeller
08-168
Die zu Recht mit Preisen überschüttete „Annamateur“ alias Anna Maria Scholz aus Dresden durchtänzelt sanglich die Musette, röhrt Jazzstandards und kokettiert mit ihrer Leibesfülle. „Lapsuslieder“ nennt der Brandenburger Marco Tschirpke seine sparsam vertonten absurden Gedichte.
Montag, 15.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Beate Moeller
08-167
Erik Lehmann aus Zwickau war kaum aus den Windeln, als die Mauer fiel. Er hat sogleich einen Kapitalismus erlebt, der nicht so rheinisch-gemütlich war wie im Westfernsehen dargestellt, sondern so fies wie seine Eltern ihn aus dem Staatsbürgerkundeunterricht kannten. Die Sprechblasen der Protagonisten dieses Systems, die Ackermanns, Stoibers und Merkels, werden von Lehmann zum Platzen gebracht.
Montag, 07.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Wer schreibt denn so was? - Romantische Literatur
Von Uwe Wirth
08-004
In dieser Folge verrät Novalis, warum er die „blaue Blume“ in seinem „Heinrich von Ofterdingen“ versteckte. Schlegel, Tieck und Fichte lassen tief in die Liebes- und Denkgewohnheiten der auf die Versöhnung von Natur und Mensch sinnenden Frühromantikerblicken, Brentano zeigt die religiös-nationale Schreibwelt der Spätromantiker.
Mittwoch, 30.07.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Deborah Schamuhn
Die Beatles lassen sich fast nur in Superlativen beschreiben: Sie waren das bedeutendste Musikereignis in den sechziger Jahren. John, Paul, George und Ringo hatten eine noch nie da gewesene Medienpräsenz, sie feierten Umsatzrekorde und wurden die Helden von Horden kreischender Teenager.
Donnerstag, 31.07.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Monika Gratz
08-120
Michael Jackson, Diana Ross, Lionel Richie oder Stevie Wonder - sie allen haben den gleichen „Wohnsitz“: Motown, Hitsville U.S.A.
In den sechziger Jahren entwickelte sich Motown zum erfogreichsten unabhänigen schwarzen Plattenlabel.
Freitag, 01.08.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Christian Friemel
08-121
Sie waren die ganz Großen des amerikanischen Showbiz. In den späten 50er und frühen 60ern eroberten Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. die amerikanische Spielermetropole Las Vegas. Mit ihren legendären Auftritten drückten sie der Epoche ihren ganz persönlichen Stempel auf.
Dienstag, 09.09.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Anat-Katharina Kalman
08-132
Jahrhundertelang gaben sie ihre Geschichten nur mündlich weiter, eingebettet in Musik, Tanz und Sprechgesang. Seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts begannen sich Sinti und Roma in den klassischen Literaturgattungen auszudrücken. In der Roma-Literatur und -Lyrik tauchen oft Schamanen, Hexen und Paradiesvögel auf, und es wird an die mythische indische und ägyptische Herkunft angespielt.
Montag, 1. September 2008
Von Sylvia Schopf
08-127
Beinahe täglich gelangt er in die Medien, der Zankapfel: die Rentenerhöhung ist ein Zankapfel, der Milchpreis und selbst das Kosovo. Kaum einer denkt dabei an das Homerische Epos. Denn lange bevor zwischen Griechen und Trojanern Streit und Krieg um die schöne Helena entbrannten, warf die Göttin der Zwietracht einen verhängnisvollen Apfel in eine Festrunde: den Zankapfel.
Dienstag, 2. September 2008
Von Heike Kühn und Heike Ließmann
08-128
Troja lebt weiter - auch in den Abenteuer- und Kriegsszenarien des Hollywoodkinos. So 2004, als auf Malta, in Marokko, Mexiko und England der US-amerikanische Spielfilm „Troja“ des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen gedreht wurde, der weltweit rund 500 Millionen Dollar einbrachte.
Mittwoch, 3. September 2008
Von Ruthard Stäblein
08.-129
Das „homerische Gelächter“ ist sprichwörtlich geworden, kommt indessen in Homers „Ilias“ selten vor: Der Zorn bestimmt die Handlung dieser Heldengeschichte. Nur weil Achilleus als stärkster Kämpfer der Griechen so wütend auf Agamemnon ist, dauert der trojanische Krieg so lange.
Donnerstag, 4. September 2008
Von Sylvia Schopf
Man muss nicht ins Museum gehen, um ihnen zu begegnen, den griechischen Helden- und Göttergestalten. Zuweilen schlendern wir an ihnen vorbei, ohne sie zu erkennen. Sie zieren beispielsweise die Fassaden nobler Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert.
Mittwoch, 22.10.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Andrea Seeger
08-145
Mit „Ohrwurm“ kommt Papageno in die Grundschulen. Kinder begegnen klassischer Musik in einem unterhaltsamen Spiel. Die Gruppe „Ohrwurm“ bildet die Lehrer vorher aus und stellt Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Ziel ist es, viele Kinder für eine Musik zu begeistern, mit der sie sonst selten in Kontakt kommen.
Mittwoch,19.11.08, 08.30 Uhr, hr2
Von Dieter Sdun
08-158
Kaum zu glauben: Vor 1963 wurde in den Stadion geklatscht, gegrölt, gepfiffen, aber nicht gesungen. Doch dann, eines samstags im Stadion an der Anfield Road, wo der FC Liverpool zuhause ist, sangen die Fans zum ersten Mal das Lied, das mittlerweile eine Fußballhymne in ganz Europa geworden ist: "You'll never walk alone".
Mittwoch, 03.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Andreas Bomba
08-160
Olivier Messiaen sah beim Hören Farben. Olivier Messiaen kannte jede Vogelstimme dieser Welt. Olivier Messiaen spielte über sechzig Jahre lang Orgel in Paris. Ein außergewöhnlicher Musiker, denn die drei genannten so unterschiedlichen Fähigkeiten und Elemente bilden die Basis seiner Musik.
Montag, 28.07.2008, 08.30 Uhr, hr2
08-118
Ihr erstes Konzert gab die Band im Dezember 1965. Ihre düstere, nonkonformistische und gleichzeitig provokante Art, ihr damals experimenteller Sound sowie die Texte von Lou Reed über Tabuthemen wie Gewalt, Trans- und Homosexualität oder Drogensucht schockierten die konservative USA.
Freitag, 20.06.08, 08.30 Uhr, hr2
Von Sylvia Schopf
08-098
"Geflügelte Worte" nannte der antike Dichter Homer Begriffe und Wendungen, die so treffend sind, dass viele andere Menschen sie gern aufnehmen und verwenden. Durch Redensarten vermitteln sich in einer Sprachgemeinschaft historische Erfahrungen, ästhetische Wertungen und Klugheitsregeln.
Dienstag, 08.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Wer schreibt denn so was? - Vormärz und Biedermeier
Von Rainer Dachselt
(08-005)
In dieser Folge singt Heinrich Heine aus seinem „Buch der Lieder“, ertönen die vom Revolutionsgeist erfassten Texte von Herwegh, Freiligrath und Börne. Nach Büchners „Dantons Tod“ wird es unpolitischer, biederer, bleibt aber ästhetisch anspruchsvoll, das zeigen Mörikes Gedichte oder die realistische „Judenbuche“ der Droste-Hülshoff.
Mittwoch, 09.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Wer schreibt denn so was? - Realismus und Naturalismus
Von Rainer Dachselt
(08-006)
Die wichtigsten Bücher der neueren deutschen Literaturgeschichte werden in Dichter-Dialogen, Spielszenen und Originalzitaten pointenreich präsentiert. Nach langen Jahrhunderten, in denen nur blaublütige oder antik gewandete Helden echter Tragik und der epischen und dramatischen Schilderung würdig waren, entstehen in den realistischen Romanen Panoramabilder der bürgerlichen Gesellschaft.
Donnerstag, 10.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Wer schreibt denn so was? - Klassische Moderne
Von Rainer Dachselt
(08-007)
Die wichtigsten Bücher der neueren deutschen Literaturgeschichte werden in Dichter-Dialogen, Spielszenen und Originalzitaten pointenreich präsentiert. In dieser Folgte hört man das Großbürgertum zerfallen und die Fin-de-Siècle-Stimmung wehen.
Freitag, 11.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Wer schreibt denn so was? - Literatur nach 1945
Von Uwe Wirth
(08-008)
Die wichtigsten Bücher der neueren deutschen Literaturgeschichte werden in Dichter-Dialogen, Spielszenen und Originalzitaten pointenreich präsentiert. Sie rekonstruieren die unter der neuen Fassadentünche und dem feiner werdenden Tuch des Wirtschaftswunderlands BRD steckenden menschlichen und steinernen Ruinen des „Dritten Reiches“.
Donnerstag, 24.01.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Christa Schell
08-015
Heinrich Zilles gezeichnete „Milljöh„-Studien, Fotografien, Karikaturen und Radierungen sind mit großem Sinn für Komik und Details gestaltet. Sie haben das Bild, das sich spätere Generationen vom Berlin der vorletzten Jahrhundertwende machten, nachhaltig geprägt.
Dienstag, 25.03.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Sylvia Schwab
08 - 045
Er ist ein Hans-Dampf in allen Gassen der Kinderliteratur, Paul Maar, der Erfinder des schweinsnasigen, mit Wunschpunkten bemalten Sams. Wo dieses rothaarig-anarchische Wesen aufkreuzt, liegen Witz und Abenteuer in der Luft. Doch Paul Maar ist viel mehr als der Sams-Erfinder!
Mittwoch, 26.03.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Sylvia Schwab
08-046
Wenn einer zu Recht sagen kann „Ich bin ein Berliner“, dann der Kinder- und Jugendbuchautor Klaus Kordon. 1943 in Berlin geboren, aufgewachsen in der geteilten Stadt, mit seiner Familie inhaftiert wegen versuchter Republikflucht und vom Westen freigekauft, ging er nach der Wende nach Berlin zurück.
Donnerstag, 27.03.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Sylvia Schwab
08-047
Dass der Jugendliteraturpreis für das Gesamtwerk im Herbst 2007 an Kirsten Boie vergeben wurde, war eine mit großem Beifall aufgenommene Entscheidung. Wird die Autorin mit ihren inzwischen über achtzig Titeln doch immer wieder mit Astrid Lindgren verglichen.
Montag, 31.03.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Christa Schell
08-048
„Weißt Du, mir kann eigentlich nichts passieren. Ich bin ein Deutscher. Ich bin ein Tscheche. Ich bin ein Jud. Ich bin aus gutem Hause. Ich bin Kommunist. Ich bin Corpsbursch. Etwas davon hilft mir immer“, schrieb Egon Erwin Kisch 1938 aus dem Exil. Und tatsächlich konnte er sich oft aus gefährlichen Situationen retten.
Montag, 07.04.2008, 08.30 Uhr, hr2
von Christiane Kreiner
08-051
Was will und kann die Institution Theater im 21. Jahrhundert? Wie behauptet sich das Theater im Zeitalter der digitalen Medien? Und was passiert eigentlich im Zuschauerraum? Anspannung, Aufmerksamkeit , Echtzeiterfahrung, Unmittelbarkeit - eine Alternative zu Handyfilmen, Computerspielen, Home-Kino?
Freitag, 11.04.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Christa Schell
08-052
Fanny Müller ist eine genaue Beobachterin der sie umgebenden Menschen und Situationen ihres Hamburger Kiez‘, dem Schanzenviertel. Sie entdeckt und beschreibt das Komische im Alltäglichen in einer Weise, die Rezensenten schon Vergleiche mit Heinrich Heine ziehen ließ.
Montag, 14.04.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Christiane Kreiner
08-053
Anfang des 20. Jahrhunderts legte der Psychiater Hans Prinzhorn eine Sammlung von Arbeiten "geisteskranker" Patienten an, die kunsthistorisch und auch therapiegeschichtlich von großer Bedeutung ist. Bei den Objekten der Prinzhorn-Sammlung holen sich auch professionelle Künstlerinnen und Künstler gern Anregungen.
Montag, 08.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Niels Kaiser
08-162
Mathematik steht heutzutage für Logik, Kalkül und Verstand, Musik hingegen für das genaue Gegenteil: Inspiration, Intuition und Emotion. Das ist eine Grenzziehung, die von beiden Seiten immer wieder in Frage gestellt worden ist. Im Verständnis der Antike und noch der mittelalterlichen Naturwissenschaft waren Musik und Mathematik die beiden Gesichter ein und derselben Sache.
Dienstag, 09.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Niels Kaiser
08-163
Für den antiken Mathematiker Pythagoras war die Sache klar: Der ganze Kosmos ist nach komplizierten Zahlenverhältnissen und Gleichungssystemen geordnet. Musik stellt nur eine akustische Variante davon dar. Dementsprechend leitete er die ästhetische Wirkung von Musik aus meathematisch berechenbaren Zahlenproportionen ab.
Mittwoch, 10.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Niels Kaiser
08-164
Ein Komponist gilt den meisten als ein kreativer Erfinder. Eine schöne Melodie entspringt schließlich eher einer Inspiration als einem Kalkül. Aber spätestens, wenn der Komponist seine Einfälle zu musikalischen Komplexen zusammenfügt und strukturiert, entstehen mathematisch-formelhafte Gesetzmäßigkeiten - im Kleinen wie im Großen.
Donnerstag, 11.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Niels Kaiser
08-165
Wenn wir von einem Dirigenten sagen, er dirigiere uns zu „mathematisch“, dann meinen wir damit, dass seine Musik uns nicht berührt. Sprechen wir von der Mathematik in der Musik Bachs, so wendet sich der Begriff der mathematischen Musik auf einmal zum Positiven. Bach ist mit seiner Musik auf der Suche nach den harmonischen Wirkungen bestimmter Rechenregeln. Das hören wir.
Freitag, 12.12.2008, 08.30 Uhr, hr2
Von Niels Kaiser
08-166
Das Komponieren muss kein intuitiver Vorgang sein. Das beweisen schon die musikalischen Würfelexperimente aus Mozarts Zeiten, bei denen Musikstücke aus vorgegeben Formeln erwürfelt werden. „Die moderne Musik kommt ohne Einfälle aus! “, behauptete schließlich Theodor W. Adorno und propagierte damit eine vollständige Strukturierung des musikalischen Materials.
·· Mauswiesel
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